Was ist systemische Beratung und Therapie?
Bekannt ist der systemische Therapieansatz vielen vor allem durch seine Methoden, etwa die Aufstellungsarbeit oder die lösungsorientierten, ermutigenden Fragen. Entscheidend ist für mich jedoch die mit dem systemischen Ansatz verbundene Grundhaltung: ich begegne meinen Klientinnen und Klienten in ihrer Selbstbestimmung und mit der Überzeugung, dass jede Person bereits über vielfältige Erfahrungen und bewährte Verhaltensweisen verfügt, um das eigene Leben zu gestalten und Herausforderungen zu meistern.
Meine Klientinnen und Klienten sind Expertinnen und Experten ihrer selbst, niemand benötigt ein Patentrezept, das verabreicht wird. Mich interessiert vielmehr, was bisher getragen hat und was davon hilfreich in der aktuellen Situation genutzt werden kann. Die Impulse und Interventionen, die ich aus meiner Erfahrung heraus anbiete, laden dann dazu ein, die Wirklichkeit auch mal anders zu sehen, eine neue Perspektive zu erkunden und die eigenen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.
Die systemische Haltung ist geprägt von Respekt, Unvoreingenommenheit, echtem Interesse und einer empathischen Wertschätzung. Jeder Mensch ist einzigartig, „falsche“ Sicht- oder Verhaltensweisen gibt es nicht. Weder dem Problem, noch dem Menschen, noch der Lösung wird daher eine Wertung beigelegt.
Darüber hinaus betrachtet systemische Beratung Probleme oder Schwierigkeiten, die Menschen in Beratung führen, nicht isoliert, sondern richtet den Blick auf den größeren Zusammenhang. Hilfreich zum Verständnis ist hierbei das Bild eines Mobiles: die einzelnen Lebensbereiche eines Menschen sind nicht unverbunden, sondern stehen in Beziehung zueinander. Nimmt man an einer Stelle eine Veränderung vor, verändert sich gleichzeitig auch etwas an den einzelnen anderen Punkten des Mobiles. Probleme entstehen dann, wenn sich das Mobile verhakt und das System an einer Stelle erstarrt. Ziel ist, das Ganze wieder in eine fließende Bewegung zu bringen.







